Auf dieser Seite versuchen wir Ihnen einige Themenbereiche aus dem Tierschutz näher zu bringen, doch vorab möchten wir Ihnen dieses Gedicht von Gisela Löbert nahe legen:

 

Wo ist der Mensch mit Herz ?

Hinter einem Eisengitter sitzt ein Hund,
er weint so bitter
habt ihr mich denn ganz vergessen
ihr Menschen, die mich einst besessen?

Wo seid ihr hin, ich kann´s nicht fassen
ihr habt mich hier...allein gelassen?

Draußen kommt die finstre Nacht
habt ihr an meine Angst gedacht?
Kälte schleicht durch alle Ritzen
nirgendwo ein warmes Kissen.

Müde von dem langen stehen,
von dem warten, von dem sehen
von dem weinen, von dem jammern,
such ich in der kalten Kammer,
einen Platz um auszuruhn.

Um mich her sind andre Hunde,
jeder ist für sich allein
ängstlich heulen sie an Wände
gegen harten, kalten Stein.

Blanker Stein auf dem ich liege
feucht von meinem Seelenschmerz
Wo sind die Menschen die ich liebe?
Menschen...ohne Stein als Herz..

Lange konnte ich nicht glauben
daß ihr mich wirklich nicht mehr wollt,
bin immer hin und her gelaufen,
hab geknurrt, und hab gegrollt.

Tagelang hab ich gewartet,
kein Futter hab ich angerührt
Wochen...sind daraus geworden...!
von Euch...keiner zurückgekehrt!

Lange hab ich überlegt,
was habe ich euch nur getan?
sicher war es furchtbar schlimm
sonst hättet ihr das nicht getan!

Draußen vor dem Eisengitter
gehen viele, Tag für Tag
schauen oft zu mir herüber
aber keiner holt mich ab.

Manchmal kommen Kinder,
die spielen auch mit mir,
doch wenn dann der Abend kommt -
gehn sie heim und ich bleib hier!

Traurig stehe ich am Gitter,
wedle freundlich jedem zu
wer mich anschaut...?
kommt nicht wieder,
egal ob ich noch wedeln tu...

Lange Zeit ist schon vergangen...
ich fühle nicht mehr diesen Schmerz
irgendwann hab ich vergessen
wie er war, DER MENSCH MIT HERZ..!


( gewidmet allen Hunden und Katzen, die jemals ein Tierheim von innen sahen )
Gisela Löbert

 

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Was ist eigentlich eine Endpflegestelle und was macht diese?

 

Eine Endpflegestelle betreut den Wuff, wie es der Name schon sagt, bis zum Lebensende. Das können Monate und Jahre sein, aber manchmal auch nur Wochen oder Tage.

Das heißt: im Grunde hat man die Verantwortung für das Tier wie für sein eigenes. Für die Kosten (ausser Futter) kommt in aller Regel der Verein auf, der das Tier auf Pflegestelle gibt. Die Futterkosten trägst man selbst und es kann sein, dass man auch einen Teil der Steuer und Versicherung mitträgt (das ist aber Absprachesache mit dem jeweiligen Verein).
Der Unterschied zum normalen Vermittlungs Zeitpflegling besteht darin, dass man eben auch den letzten Weg mit dem Tier geht.

Viele Menschen sehen in einem Endpflegling die Chance auf einen "billigen" Hund, vergessen aber dabei, welche Verantwortung ein solches Tier ist.

Bei einem Endpflegling muss man mit den nachfolgenden Dingen immer rechnen:

-das man unter Umständen eben täglich 2-3 mal oder noch öfter zum Tierarzt muss. (Die Benzinkosten trägt man selbst zu 100%)

-das es unter Umständen tägliches Salben, Verbinden und ggf. auch Spritzen geben kann

-das es viele schlaflose Nächte bringen kann

-das man das Tier eventl. Treppen hoch und runter tragen muss

-es vielleicht neu lernen muss, zu laufen, wobei es Hilfe und Stütze braucht.

-neu lernen, wo gepieselt / geschissert werden kann und wo nicht... 

-das man über Wochen / Monate eventl. ein unsauberes Tier hat und dadurch mehr oder minder stets mit der Sakrotanflasche und dem Wischer beschäftigt ist.

-das man jeden Schritt, der über große Dinge entscheidet, mit dem Verein abklären muss

-und ggfl. auch akzeptieren muss, wenn es eines Tages heißt: jetzt geht es nicht mehr

- der letzte Weg eines Tages sicher kommt.

Ein Endpflegling kann über Wochen und Monate viel Freude bringen, aber auch wirklich Nerven kosten, an die Substanz gehen und richtig an den eigenen Kräften zehren.


Wir haben die dringende BITTE an jeden der so etwas machen möchte, sich wirklich sehr, sehr gut zu überlegen, ob man wirklich Endpflegestelle mit allen Konsequenzen sein möchte, oder sich lieber im Vorfeld eingesteht: "Nein, das bring ich nicht..weil ich nicht auf Dauer einer solchen Belastung stand halten kann."

Denn nichts ist schlimmer für ein altes oder krankes Tier als wieder zurück ins Tierheim gegeben zu werden.

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*** Wozu braucht / macht ein Verein eine Vor oder Nachkontrolle? ****

Sie haben sich bei ihrem Tierheim oder bei einer Pflegestelle einer Organisation einen Hund ausgesucht? Waren schon öfter mit dem erwählten Tier Gassi und es naht der Tag, wo sie den 4 beinigen Liebling mit nach Hause nehmen möchen?

Sie sagen definitiv "JA" zum neuen Hund und wollen nun den "Papierkrieg" in Angriff nehmen. Spätestens jetzt erfahren Sie, dass man bevor sie den Hund bekommen, erst eine Vorkontrolle bei Ihnen zuhause machen möchte und sie fragen sich "Wozu?" und "Was wird kontrolliert?"

Stellen sie sich die Situation bitte einmal umgedreht vor: Sie möchten einen Hund in einen Haushalt vermitteln den Sie bisher bestenfalls nur vom Erzählen her kennen. Das können Sie nun glauben oder auch nicht. Es wurde schon soviel erzählt und dann stellte sich heraus, das Haus mit Garten ist in Wirklichkeit eine kleine 2 Zimmer Wohnung im Hochhaus im 7. Stock.

Darum möchten die Mitarbeiter eines Tierheims oder einer Organisation selbst sehen, wohin der Hund kommt und ob das Tier das Sie sich ausgesucht hatten, auch in diese Umgebung passt oder besser ein kleinerer Hund wäre, ein älterer Hund oder ob Sie durch ihren Tagesablauf, ihre Umgebung oder Wohnlage gar nicht für einen Hund geeignet sind. 

 

****** Der Ablauf ******

Sie werden um ihre Adresse gebeten und es wird mit Ihnen ein Termin vereinbart. Der Mitarbeiter oder Beauftragte des Tierheims / der Organisation kommt zu Ihnen ins Haus. Er wird sich ihre Wohnsituation anssehen, schauen wie der zukünftige Platz des Tieres aussehen wird, ob sie bereits einen Hund haben und wenn Sie schon einen Hund haben - wird der Mitarbeiter an dessen Verhalten im Vorfeld erkennen können, ob es dem neuen Tier bei ihnen gut gehen wird. Wenn Sie bisher keinen Hund hatten, wird der Mitarbeiter ihnen ein paar Fragen stellen und sich mit ihnen gemeinsam über ihre Vorstellung der Hundehaltung unterhalten. Vielleicht auch darüber, ob Sie dem neuen Hausgefährten eine bestimmte "Arbeit" zuweisen möchten, oder eine bestimmte Art der Ausbildung für ihren Hund in Betracht ziehen. Für viele Hunde ist eine Hundeschule von Vorteil, eine Aufgabe erforderlich, damit sie ausgelastet sind. Man wird mit ihnen gemeinsam einen Rundgang durch den Garten machen (falls vorhanden), gegebenenfalls darauf hinweisen, dass der Zaun eventuell für das von Ihnen ausgesuchte Tier zu niedrig ist oder Sie auf das Eine oder Andere was zu verbessern wäre hinweisen.

Zum Ende der Vorkontrolle unterschreiben Sie das gemeinsam mit dem Mitarbeiter erarbeitete und ausgefüllte Formblatt - es wird auch Ihre persönlichen Daten enthalten - danach wird der Mitarbeiter sich bedanken für die Zeit die Sie für ihn genommen haben und Sie wieder verlassen. Das Formblatt wird der Mitarbeiter / Beauftragte schnellstens an das Tierheim oder die Organisation weiterleiten. Je nachdem wie das zuständige Personal des Tierheims / der Orga nun das Formblatt auswertet, entscheidet sich, ob Sie den neuen Weggefährten demnächst in ihren 4 Wänden begrüßen können oder ob man Ihnen eventuell einen anderen, besser geeigneten Hund ans Herz legt, oder Ihnen unter Umständen ganz abrät.

Bedenken Sie bitte: Nicht jeder Hund eignet sich für jeden Menschen. Und mancher Hund und sein zukünftiger Halter haben - von Amts wegen - gewisse Auflagen zu erfüllen. So wird ein verantwortungsbewußtes Tierheim oder eine solche Organisation aufgrund der Vorkontrolle Ihnen nie einen Hund aufs Blaue vermitteln, der wider besseren Wissen, nicht zu Ihnen passt oder dem Sie nicht gerecht werden können.

***** nach der Übernahme ihres Tieres *****

Es gibt auch Vereine die auf diese Vorkontrollen verzichten, Ihnen aber garantiert mit einer Nachkontrolle per Absprache ins Haus stehen. Geben Sie dem Verein / der Orga die keine Vorkontrolle bei Ihnen macht, von vorn herein alle wichtigen Informationen, dann bleibt auch bei einer Nachkontrolle kein Risiko, dass man Ihnen den Hund ggf. wieder abnimmt. Teilen Sie dem Verein / der Orga bitte mit, wenn sich ihr Leben gravierend verändert hat oder sie umziehen und sich die Lebensumstände auch für ihr Tier verändern. Niemand wird Ihnen ihren Hund abnehmen, nur weil sie vom Haus mit Garten in eine Mietswohnung umziehen, solange Sie sich weiterhin gut und ausgiebig um ihren Weggefährten kümmern können und es dem Tier weiterhin an nichts fehlt.

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Keine Direktimporte bitte!

Hunde aus dem Internet!
Risiken beim Kauf eines Hundes aus dem Ausland per Internet mit der direkten Übernahme am Flughafen.

Wir schildern hier 3 Fälle, wo ein solcher Hundekauf - per Internet - kräftig in die Binsen ging.

Wir versuchen Ihnen hier den Unterschied zwischen einem Importhund- der Ihnen direkt und ohne Umweg über ein Tierheim oder eine Pflegestelle in Deutschland- in die Hand gegeben wird und einem Importhund - der durch ein Tierheim oder über eine deutsche Pflegestelle - aus dem Ausland nach Deutschland gebracht wird, aufzuzeigen.

 

 

Fall 1.

Im Internet war über mehrere Tage ein süßes Welpchen zu sehen, dass dringend ein zuhause in Deutschland bei lieben Leuten, die gern helfen wollen, suchte. Das Tierchen wurde als gesund und munter beschrieben, wie alle Welpchen sollte es freundlich und
allem gegenüber aufgeschlossen und neugierig sein. Auch hier war eine Reihe hübscher Fotos dabei, dass dieses unschuldige Hundekind von allen Seiten und Posen zeigte.

Hier fand sich eine junge Frau, die gern so einem armen Tier aus dem Ausland ein Zuhause geben wollte und sich Knall auf Fall in das gezeigte, muntere und gesunde Hundekind verliebte. Sie setzte sich mit der Organisation in Verbindung, es folgte die Vorkontrolle, das Hundchen sollte auf Reisen gehen wenn alle erforderliche Papiere zusammen waren und der dortige Tierarzt grünes Licht gäbe.

In diesem Fall wurde im Vorfeld bereits alles gezahlt, alle Verträge gemacht, die junge Frau hörte über mehrere Wochen nichts mehr und versuchte verzweifelt die Organisation zu erreichen, weil sie nun ganz gern erfahren hätte, wann und wo denn ihr Hundchen in Deutschland landen würde. Über Wochen blieb die junge Frau in Unkenntnis, man gab keine Antwort mehr und da alles per Internet gelaufen und abgewickelt worden war, hatte sie nicht einmal eine Kontaktadresse oder Telefonnummer der Organisation zur Verfügung mit der sie sich in Verbindung hätte setzen können. Sie erhielt nach mehreren Wochen des Wartens endlich eine lapidare @-Mail, in der die Flugdaten und der Ankunftsflughafen des Hundekindes genannt wurden, mit der Bitte, sie möge das Tier dort selbst abholen.  

Endlich! Die Erleichterung war groß, dass man nicht reingelegt worden war. 
Freudestrahlend fuhr sie zum Flughafen, wartete ungeduldig auf die Landung des Fliegers, bekam nach langem Warten die Flugbox mit dem Hundchen hingeknallt und traute ihren Augen nicht! Das Tier, das sie sich im Internet ausgesucht hatte, war das aber nicht. Oder zumindest nicht mehr. Das, was da wie ein Häufchen Elend zusammen gekauert und reglos in der Flugbox saß, war eindeutig sehr krank. Egal, das kleine Hundchen war da und nun hieß es sofort zum Tierarzt, denn es war offensichtlich, dass dieses kleine Tier schnelle Hilfe brauchte, hier zählte jede Minute.

Die Organisation hat sich bis zum heutigen Zeitpunkt nicht mehr gemeldet. Man bat um Unterstützung, man bat um Erklärung wie es sein könne, dass so ein krankes Tier die erforderlichen Papieren überhaupt bekommen hat, man bat um Erklärung wieso man dieses Tier als gesund anpreisen konnte und so weiter und so weiter. Die Organisation schweigt...

Fazit: das Geld ist futsch, die Kosten für die Behandlungen laufen ins Uferlose, ob der Hund jemals gesund werden wird, ist bis dato sehr fraglich... nichts desto trotz tut die junge Frau alles nur Erdenkliche um das Tier zu versorgen, in der Hoffnung es eines Tages wirklich einmal spielen zu sehen.

Im Tierheim oder auf einer deutschen Pflegestelle hätte sie sich einen Welpen vor Ort aussuchen können - gerne auch einen Import - hätte gesehen in welcher Verfassung das Tierchen ist, wie es sich benimmt und ob es munter ist. Die Unsicherheit, ob das Tier überhaupt auf die Reise geht, das lange Warten ohne Information, der Reinfall mit dem schwer kranken Tier hätte so vermieden werden können.

 

Update 20.05.2007: Das betreffende Tier ist mittlerweile verstorben

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Fall 2.

Über Wochen war die junge und schöne, nicht zu große, dunkelfarbige Hündin im Internet auf der Seite einer Organisation zu sehen. Die beigefügte Beschreibung las sich sehr gut. Die Fotos waren toll, der Hund verfügte laut Beschreibung über recht gute Eigenschaften. Er wurde als lieb, verträglich, bedingt katzenfreundlich, umgänglich und ruhig dargestellt. Das Tier schien also auch für Leute ohne große Hundeerfahrung geeignet zu sein. Ein Traumhund mit ca. 40 cm Schulterhöhe, schöner Zeichnung, ansprechendem Äußeren und einem klangvollen Namen.

Man sah diesen Hund und sagte sich: DAS ist er, der Traum auf 4 Pfoten und setzte sich mit der betreffenden Organisation in Verbindung.

Alles ging seinen geregelten Gang, Vorkontrolle, Terminabsprache, diverse Fragen die sich stellten - wurden so gut wie möglich beantwortet, die Einreise des Hundes nach Deutschland wurde veranlasst. Die neuen Hundehalter freuten sich auf ihren neuen Freund und Begleiter und konnten den Tag der Ankunft des Hundes kaum erwarten. Sie bereiteten sich vor, holten sich Tipps und Anregungen, informierten sich über Hundeschulen, Erziehung und wie sie mit dem Neuling umgehen sollten, was sie beachten müssen und schafften vieles an was ein Hund so braucht.

Tag X kam, der Hund landete in Deutschland und wurde dort direkt vom “Käufer” übernommen, ein Mitarbeiter der Organisation war mit vor Ort um die Formalitäten abzuwickeln. Zunächst war man etwas überrascht als das Tier die angegebene Größe erheblich überschritt, doch das tat der Freude über den neuen Weggefährten keinen Abbruch. Ein paar Zentimeter mehr oder weniger waren nun wirklich nicht das Problem. Die Verträge wurden gemacht, das Geld gezahlt, der Hund wurde mit guten Wünschen dem neuen Besitzer übergeben. Man fuhr freudig bewegt - mit dem neuen Wuff  - nach Hause. Kaum dort angekommen zeigte der Hund deutlich, dass er keineswegs mit den vorhandenen Katzen klar kam, er knurrte und versuchte die Katzen zu erwischen.

Gut, Katze ist nicht gleich Katze, vielleicht würde man sich ja in ein paar Tagen doch noch aneinander gewöhnt haben, auch das sollte jetzt nicht überbewertet werden, es war ja schließlich alles noch neu und unbekannt und der Hund natürlich entsprechend aufgeregt, ebenso die neuen Besitzer, die dieser nun doch unerwarteten Situation erst mal ratlos gegenüber standen. Man lies den Hund vorerst mal an der Leine, um es zu keiner Eskalation kommen zu lassen.

Als sich der männliche Teil der frischgebackenen Hundebesitzer sich dem neuen, gemeinsamen Hund näherte, brummte dieser drohend und zeigte zum erstenmal sein Gebiss. Es blieb zunächst bei der Drohgebärde. Die Leute waren natürlich sehr  verunsichert und riefen bei befreundeten Hundehaltern an und fragten nach Rat. Man solle das Verhalten der Hündin ignorieren, dass sei sicherlich die Aufregung. Man hielt sich an diesen Ratschlag und lies den Hund zunächst völlig in Ruhe, dieser jedoch zeigte sich weiterhin dem Herrn des Hauses nicht zugetan. Am nächsten Morgen kam es dann aus heiterem Himmel zu einer Beißattacke, die nur durch die schnelle Reaktion des Hausherrn noch relativ glimpflich abgelaufen ist. Der Mann wurde im Krankenhaus behandelt und hatte danach noch  recht lange mit der Bissverletzung zu kämpfen, die bei einem Hund mit ca. 40 cm Höhe sicherlich nicht so gravierend ausgefallen wäre, wie in diesem Fall. Der Hund wurde noch am selben Tag der Organisation zurück gegeben, eine Kostenerstattung gab es nicht und ist auch nicht üblich. Der Beißvorfall wurde später verharmlost und kurz darauf  war der Hund wieder im Internet zu sehen - diesmal stand er als Abgabetier zur Vermittlung, mit dem Vermerk, nur an hundeerfahrene Leute...

Fazit: Hätte man den Hund im Vorfeld schon auf einer Pflegestelle in Deutschland gehabt, hätte man das Tier den Interessenten zeigen und so im Voraus bereits austesten können, ob die “Chemie” zwischen den Leuten und dem Hund stimmt. In diesem Fall stimmte sie leider nicht und die Leute haben nicht nur viel Geld und Herzblut investiert, sondern tragen nun auch den Schaden, und haben immer noch nicht den ersehnten kleinen Hund zum lieb haben. Es wird in diesem Fall sicherlich noch lange dauern bis der Ehemann wieder bereit ist, einen neuen Versuch zu starten. Doch das nächste mal wird es ein Tierheim Tier sein, dass man vorher ansehen kann, mit ihm spielen, austesten ob alles zueinander passt, einfach ein Tier das man im Vorfeld schon bewerten kann, weil man nicht nur Bilder sieht.

Update: Dank des Vorfalls haben sich die Leute inzwischen für einen Hund von einem Rassehunde-Züchter entschieden.

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Fall 3.

Ein Hund wurde mit “leichter” Behinderung im Internet zur Vermittlung angeboten.
Er befand sich zum Zeitpunkt der Onlinestellung noch im Ausland, die Bilder waren unscharf, die Beschreibung nur dürftig. Dennoch fand sich ein Interessent, der bereit war das Tier zu übernehmen und ihm in Deutschland ein gutes Zuhause zu bieten. Auch hier vorab Vertragsabschluss, Geld überwiesen, kurze Info wann und wo der Hund abzuholen sei, dann Funkstille.

Am Flughafen kam eine Transportbox mit einer noch lebenden Kreatur an, die wenig Ähnlichkeit mit dem im Internet angebotenen, leicht behinderten Hund hatte. Dem “leicht” behinderten Tier fehlten 2 von 4 Beinen und auch sonst war es ein sehr krankes Tier, dass hier angekommen war. Der erste gemeinsame Weg zum Tierarzt, mit dem neuen Besitzer, war gleichzeitig der letzte gemeinsame Weg.

Fazit: Viel Geld ausgegeben, keinen Hund zuhause, viel Trauer um das verlorene Tier, dass zusätzlich noch eine endlose Reise hinter sich bringen musste, um in Würde sterben zu dürfen.

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Das alles kann passieren, muss aber nicht sein !

Es kann auch gut gehen und Sie können viel Freude an ihrem Direkt - Import - Hund haben.

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Wir haben diese drei Fälle aufgelistet, um Ihnen zu zeigen, wie es einem ergehen kann, wenn man ohne vorherigen Sichtkontakt, einen Hund nur per Bild und der beistehenden Angaben, im Internet “bestellt” und “kauft”.

Generell spricht nichts gegen den Erwerb eines Tieres aus dem Ausland !


Nur sollten Sie sich und dem Tier einen Gefallen tun und es niemals im Voraus bezahlen. Sie sollten immer ein Tier nehmen, dass sie wenigstens einmal vorher real gesehen haben, mit dem Sie sich minimum eine Stunde beschäftigt haben, um zu testen ob Sie und ihr erwähltes Tier auch zusammen passen und das Tier wenigstens optisch in einigermasen ordentlichen, gesunden Zustand ist. Bewerben Sie sich deshalb ausschließlich um Import-Tiere, die bereits auf einer deutschen Pflegestelle oder in einem deutschen Tierheim sind.

Die Gründe, warum Sie das tun sollten, zeigen wir Ihnen nachfolgend auf.

-->  Sie können von einem Tier, dass bereits auf einer Pflegestelle oder in einem Tierheim untergebracht ist, eine Art  Profilbeschreibung durch die Betreuer erwarten.

--> Sie können vor Ort austesten: passen wir zusammen, oder gibt es bereits in der Pflegestelle oder dem Tierheim deutliche Abneigungsbezeugungen gegen Sie oder ihre Familienangehörigen oder ihrem eventuell schon vorhandenen Ersthund.

--> Sie können sehen, wie sich das von ihnen ausgewählte Tier verhält. Sei es Ihnen gegenüber - sei es Artgenossen gegenüber.

--> Sie sehen bei einem Besuch schon, ob die gewünschte Größe in etwa hinkommt oder das Tier ihnen doch zu groß oder zu klein ist.

--> Sie können mit dem Tier spazieren gehen, erkennen ob Sie auch außerhalb mit dem Hund zurecht kommen, oder ob dieser mit Ihnen spazieren geht und nicht Sie mit ihm.

--> Letztlich kann man sich über ein bereits auf einer Pflegestelle oder im Tierheim sitzenden Import-Hund auch einen gesundheitlichen Ersteindruck machen. Das Personal gibt ihnen sicherlich gern Auskunft, -soweit bekannt- ob es zu behandelnde Krankheiten gibt und wenn ja, wie diese zu behandeln sind, bzw. behandelt werden.

--> Sie können sich innerhalb einer Pflegestelle oder eines Tierheims Zeit lassen, dass betreffende Tier kennen zu lernen, oder sich spontan auch für ein ganz anderes Tier entscheiden, dass Ihnen von Größe, Optik und Charakter, sowie Temperament vielleicht auch mehr zusagt, als das Tier welches Sie zuerst ins Auge gefasst hatten.

--> Wenn Sie bereits einen Hund haben, können sie schon beim ersten Kontakt erkennen, ob die beiden Tiere sich in Zukunft halbwegs miteinander verstehen, oder ob ihre Wahl doch besser auf einen anderen Zweithund fallen sollte.

 

Import ja - gerne, da es den betreffenden - wirklich armen - Hunden hilft.

Aber lassen Sie das Leute tun, die wissen was sie tun und Ihnen die obenstehenden Möglichkeiten bieten und kaufen Sie nicht die berühmte “Katze im Sack”, sprich einen Hund den Sie nie zuvor gesehen haben und zu dessen Abnahme Sie verpflichtet wurden, ohne dass Sie wußten, was da unter Umständen auf Sie zukommt.

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