Hier berichten wir über den kleinen, fast blinden, ungarischen Dackelmix

"Toto"

 

 

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Toto zog am Samstag den 26.05.2007 auf seinen Pflegeplatz in Riedstadt bei Groß-Gerau. Die Vorkontrolle für den Pflegeplatz haben wir erfolgreich durchgeführt - dem kleinen Hund wird es dort an nichts fehlen. Die schon vorhandenen 2 Hunde zeigten sich ruhig und umgänglich, die Katze als Schmusetier. Es gibt Hühner und Hasen und sollte Toto nicht gerade all diese Tiere fressen wollen, wird er dort bis zu seiner Vemittlung bestens versorgt sein. Sollte es - wider Erwarten - durch Toto allerdings Probleme mit den tierischen Mitbewohnern geben, zieht Toto auf eine Pflegestelle in Darmstadt um - diese ist informiert und steht "standby" für den Notfall. Wir sind für alle Fälle gerüstet.

Toto erhält eine Grundausstattung, bestehend aus Körbchen mit Decke, Geschirr, Halsband und Leine, Futternäpfen und Futter. Der Hund ist vorläufig bei uns mitversichert, sodaß der Pflegestelle keine Kosten entstehen.

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26.05.2007: Toto ist am frühen Nachmittag bei seiner Pflegestelle eingezogen.

Gegen Mittag kam ich in Riedstadt an - hatte vorher Micha zuhause aussteigen lassen und Totos Zubehör eingeladen, lud den hübschen kleinen Mischling vorm Haus aus. Herr R. und ich gingen mit den drei Hunden erst einmal ein Stück spazieren. Zum Einen um zu sehen, ob sich Toto mit dem vorhandenen Rüden vertragen würde und zum Anderen damit sich Toto jetzt mal richtig entleeren und die vom Transport steifen Beinchen ein bisschen bewegen konnte. Gutmütig trippelte der krummbeinige Bube mit - er braucht aber direkt Leinenführung - orientiert sich stark an seiner Leine. Hängt diese durch, bleibt er stehen. Toto ging den schwarzen Rüden an - im Nachhinein wurde uns klar, der kleine Hund sah nur etwas großes, schwarzes, bedrohendes auf sich zukommen und verteidigte sich. Denn im zweiten Anlauf gings dann besser, sie beschnuffelten sich und ließen sich dann in Ruhe. Molly, die Hündin, schmollte kurzzeitig - hat sich aber dann doch zu Toto mal hinbewegt - kurzes Schnuffeln, na gut, wenns denn sein muss - sagte ihr Blick. Wir betraten das Haus - Toto meinte sofort er müßte alles anpinkeln. Mist - der Bube scheint nicht stubenrein zu sein.. in der neuen Umgebung fand er sich trotz fehlender Sehkraft aber recht schnell zurecht. Mit einem guten Gefühl verlies ich das Haus. Um kurz vor 20 Uhr rief Micha nochmal auf der Pflegestelle an - alles soweit ok. Toto hatte gefressen, getrunken, sich mit Buddy - dem Rüden - noch einmal kurz gekabbelt und lag nun friedlich auf dem Sofa.

 

27.05.2007

Toto machte Bekanntschaft mit der Katze. Diese fand es erst mal nicht lustig, dass da ein neuer Hund herumschnuffelte. Er tat der Katze nichts, sie blieb sitzen. Da Toto wirklich nur sehr wenig sieht - jagt er die vorhandenen Tiere nicht. In den Gartenteich ist er auch noch nicht geplumpst - die Hühner hörte er zwar und lauschte fasziniert - aber auch hier, kein Jagdinterresse. :)  Herr R. geht viel mit ihm raus - und Totos im Haus Pinkelei wird bereits deutlich weniger. Herr R. meint, der Hund markiert sich die Wege - damit er wieder zurück findet. Das könnte durchaus sein - aber im Haus? Naja - Toto ist auf dem besten Weg im Haus sauber zu werden. Vielleicht war es auch der Stress - der lange Transport und die komplett neue Umgebung. Beim Gassigehen trippelt der kleine Hundemann auf seinen schönen krummen Beinchen gemächlich mit - sobald er die Orientierung verloren hat, bleibt er stehen - schnuppert, sucht den Geruch seines Pflegepapas und läuft zu ihm hin und stupst ihn an. "Hallo? Bist du das?" dann wird er kurz angesprochen und folgt bereitwillig der Stimme. Beim bürsten kam ungefähr ein halbes Kilo Sand und Dreck aus dem Fellchen. Ich befürchte Toto wird um ein Vollbad nicht herum kommen.

 

28.05.2007

Marlene, die Tochter von Herr R., schickte Nachmittags als sie zu Besuch kam, eine SMS: IST DER NIEDLICH! Und Kinderfreundlich. Marlenes Tochter Vivien ist 10 Jahre alt und als Toto die Kinderstimme hörte, trabte er freudig zu der Kleinen hin, klebte den Rest des Tages an Vivien und Marlene. Toto ist demnach ein Frauchenhund und großer Kinderfreund. Mittags hatte er ein Schläfchen bei Herr R. auf dem Sofa gemacht und er scheint recht zufrieden mit seiner neuen Umgebung zu sein. Die Katze hat ihn akzeptiert - kommt nun wieder regelmäßig nach Hause und frisst. Leider hat Toto die Eigenschaft auch ihr Katzenfutter als sein Fresschen zu betrachten - das muss er noch lernen. Toto ist ein guter Fresser.

Das Bild zeigt Toto mit Vivien. Der kleine Hund schaut doch schon ganz anders.

29.05.2007

Der anstehende Tierarztbesuch verlief mit dem Hundchen recht ruhig. Toto wurde durchgecheckt, abgehört, in die Ohren gesehen und ganz tief in die Augen geguckt. Die letzten zwei Fäden, die von der Kastration noch übrig sind, werden sich in den nächsten Tagen auflösen. Der kleine Hund lies sich etwas brummig Blut abnehmen. Es wird ein Reiseprofil erstellt und ein großes Blutbild, damit man sehen kann, ob was in ihm zugange ist oder nicht. Das ist eine Routinemaßnahme, die Ergebnisse kommen Ende der Woche. Der Hund ist mit knappen 7 Kg deutlich untergewichtig, er darf gern etwas zunehmen. Toto fuhr friedlich-freundlich im Auto mit, etwas unsicher, weil auf völlig unbekannten Gebiet, tapperte er auf dem Gelände unseres TA herum - zuhause angekommen war er aber sofort wieder sicher auf den krummen Beichen unterwegs. Die Treppe vorm Haus meistert er mit bravour. Er geht bis zum Fußabstreifgitter, tastet sich daran entlang, geht dann seitwärts dran vorbei und weiß, nach drei Trippelschritten kommt die erste Stufe. Langsam und bedächtig erklimmt er Stufe um Stufe, geht dann im Flur bis zum Schrank, tastet sich mit der Nase am Schank und der Wand entlang bis zur Tür, geht daran vorbei und weiß dann schon ganz genau - rechts ist die Küche, geradeaus gehts zum Wohnzimmer. Am Sofa angekommen, hebt er die kurzen Vorderbeinchen aufs Polster und lässt sich dann helfen. Toto macht seiner Pflegefamilie viel Freude, auch wenn immer noch ab und zu ein Bächlein daneben geht.Der Arztbesuch war in sofern erfolgreich, dass wir eine Adresse für eine Augenspezialistin bekommen haben - es könnte sein, dass man dem kleinen Hund auf einer Seite die Sehkraft wiedergeben kann. Falls das möglich wäre, würde Frau Rotter die erforderliche OP finanziell unterstützen.

 

01.06.2007

Für Toto machen wir am Sonntag den 03.06.2007 eine Vorkontrolle in Griesheim. Dort könnte er in einen Haushalt mit großen Garten und  zwei Bassethündinnen einziehen. Sollte aber Herr R. Toto behalten wollen - so hat er als Pflegestellen- Papa natürlich die Vorrechte auf den kleinen Wuschtel.

04.06.2007

Die geplante Vorkontrolle am 03.06.2007 wurde kurzfristig abgesagt von Seiten der Interessenten. Toto lebt sich indes weiter bei Fam. R. ein und fühlt sich dort von Tag zu Tag wohler. Er inspiziert mit der Nase den Garten, trabt munter und zielsicher durchs Haus, weiß wo seine Wasser und Futterschüssel steht und schläft vorm Bett seines Pflegepapas. Seine "Markierungen" innerhalb des Hauses finden zwar noch statt, aber es wird deutlich weniger. Wir hoffen, dass Toto in Kürze ganz stubenrein sein wird.

Nachfolgende Bilder sind nach dem Besuch beim Tierarzt entstanden, den Toto am 29.05.07 ruhig und friedlich über sich ergehen lies.  

 "Duuuu? Du da?"  Stups - Stups - "Krabbelst du mich?"

Er krabbelt mich!  Wenn man so klein ist muss Hund sich halt bemerkbar machen, nicht?

 hab ich nicht herrlich krumme Beinchen?

 

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Update 07.06.2007: Toto darf für immer in seiner Pflegestelle bleiben. Der kleine Hundemann hat die Herzen seiner Pflegefamilie erobert und fühlt sich dort sichtbar wohl! So hat er nun doch ein liebevolles Zuhause gefunden.

Über seinen weiteren Lebensweg werden wir hier weiter berichten.

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03.07.2007

Der kleine Rüde hat sich mittlerweile komplett in seiner Familie eingewöhnt und findet sich bestens zurecht. Mit "Molly", der großen Hündin der Familie, gab es schon zu Beginn keine Probleme und auch mit dem schwarzen Spaniel "Buddy" verträgt er sich mittlerweile gut. Die Katze und er haben sich arrangiert, kommen miteinander nun recht gut aus. Toto liebt die schönen Spaziergänge mit seiner ganzen Familie, er fährt liebend gern im Auto mit und ist im Haus inzwischen ein sauberer Hund. Er mußte doch erst mal lernen, wo er ist und was er wo darf. Doch das ist nun geschafft und Toto ist nahezu stubenrein. Der Besuch in der Augenklinik für Hunde in Dreieich brachte Klarheit über seinen Augenzustand. Leider kann man dem alten Hund nicht helfen - die Schädigung ist schon zu lange und nicht mehr zu reparieren. Doch wer Toto heute auf gewohntem Gelände beobachtet wird nicht bemerken, dass der kleine Hund fast völlig blind ist. Toto hat sich sehr zu seinem Vorteil verändert - ist fröhlich, aufgeschloßen und freundlich allem und jeden gegenüber, sein einst stumpfes, etwas klebriges Fellchen glänzt und ist gepflegt. Der kleine krummbeinige Hund muss nur noch zunehmen, denn er ist vom Gewicht her an der untersten Grenze, ein- zwei Kilo mehr würden ihm nicht schaden. Klein Toto orientiert sich am Geräusch der Füße und Pfoten anderer. Trippelt auf seinen herrlich krummen Beinchen fröhlich überall hin mit. Er geht sogar schwimmen und wenn er für Mollys Geschmack zu weit vom Ufer entfernt paddelt, holt sie ihn zurück. Sie schubst ihn dann mit der Nase in Richtung Ufer. Auch beim Gassigehen ist Molly eine große Hilfe - sie nimmt Totos Leinchen in die Schnauze und führt ihn mit sich. Wenn Toto beim freilaufen aus irgendwelchen Gründen zuweit zurück bleibt oder sich von seinen Leuten entfernt, dann ist es Molly die sich darum kümmert, dass der kleine Hundebub wieder Anschluß findet.

Ich glaube - Toto konnte nichts besseres passieren, als genau in diese Familie zu kommen. Ein kleiner Hund im ganz großen Glück!

 

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