Mittelalter-Weihnachtsmarkt im Dezember 2010

 

Nach dem 2. Advents-Wochenende konnten wir extrem kurzfristrig noch einen Standplatz für einen kleinen Verkaufsstand für Tierzubehör auf dem Mittelalter-Weihnachtsmarkt ergattern. Dank Claudia & Holger Hörstkamp würden wir zwischen Met-Stand und Flammkuchen-Bäckerei runde 3 Meter Fläche belegen können. Nicht viel - aber völlig ausreichend. Und jetzt gings los - wie baut man auf die Schnelle einen Stand, der nach Möglichkeit transportabel und dem Umfeld halbwegs angepasst ist ? Wir hatten knapp 1,5 Wochen Zeit uns was einfallen zu lassen und ich war - wie eigentlich immer - nach dem 15. ziemlich platt was mein Konto betrifft. Diverse Tierarzt- Rechnungen und andere Sachen waren zu bezahlen gewesen - unter anderem auch die Anschaffung einer Kamera, darum musste es jetzt eine durchweg preisgünstige Lösung für den Stand geben.

Es gab sie und sie erwies sich auch als recht haltbar. Nach ganz kurzer Planungsphase (Sohnemann schlug die Hände überm Kopf zusammen, als er die Aufzeichung sah - ich kann doch nicht zeichnen.. )  düste ich in den nahen Baumarkt und löste endlich meinen Gutschein vom letzten Geburtstag ein: Für knapp 40 € Dachlatten, Spaxschrauben und Malerplane. Micha sägte alles zu und dann setzten wir das viele Teile Latten-Puzzle zunächst ohne Plane zusammen. Das Ergebnis sah "lustig" aus. Wir markierten an den Latten was wohin gehörte und sorgten dafür, dass das Ganze dann auch noch in meinen Omega passte, ohne alles wieder in sämtliche Bestandteile zerlegen zu müssen. Dem "Ladewunder" sei Dank, konnte später alles ohne große Probleme zum Platz gebracht werden - was in dieses Auto passt, ist beinahe unglaublich...

Hier steht das erste "Gerippe" im Garten, sozusagen der Rohbau --  -- er wurde noch mal kräftig nachgebessert - denn es sollte ja stabil stehen. Ich nehme mal an, die Nachbarschaft wunderte sich über den etwas seltsamen "Lattenbau" ziemlich.. Es folgten noch Bastelarbeiten für die "Plane" , dann war unser Stand soweit fertig..  Bei meinem jetzigen Arbeitgeber konnte ich noch ein großes Brett ergattern, dieses wurde mit einer Fleecedecke bezogen und mit Nägeln bestückt und diente somit als "Leinen & Halsbandbrett" und vom Tierheim Pfungstadt bekamen wir die Bierbänke und Tische geliehen, nochmals vielen Dank dafür. Anjas Familie sorgte für das Katzenzubehör, welches anschließend in großen Kisten in unserer Garage lagerte. Meine Freundin Nicki (ehemals Zoo-Latrie)  brachte ihre Ware aus der Geschäftsauflösung, sprich das Hundezubehör und meiner einer packte fröhlich "Second-Hand-Hunde-Zubehör" ein. Die Garage lief mehr oder weniger irgendwann über.. langweilig wars in diesen Tagen nicht eine Minute - ich war nur am rennen, musste ja unsere Familie, die Tiere versorgen und den Haushalt machen - und auch noch meine Schichten arbeiten.  Die Zeit rannte mir / uns regelrecht davon.. Plötzlich war das letzte Advents-Wochenende da und mit ihm der Mittelalter Weihnachtsmarkt, auf dem wir zum erstenmal mit einem eigenen Stand standen.

Erst Freitagmittag gut zwei Stunden vor Arbeitsantritt, entschied sich, ob ich den Tag frei haben kann. Ich stand in alten, verdreckten, matschig-nassen "Aufbau und Arbeitsklamotten", nass vom Schnee, mit triefenden-strähnig-nassen Haaren und verschwitzt vom Aufbauen auf dem Platz und rief in der Firma an..  und bekam FREI! Gottseidank, so brauchte ich jetzt nicht nach Hause hechten zum duschen, umziehen und fertigmachen für die Arbeit - sondern konnte weiter mit Hilfe von Björn und den Männern vom Platz aufbauen und zusammenschrauben, später kam auch Micha nach und griff tatkräftig mit zu. Am Abend stand alles wie es sollte, musste nur noch am nächsten Morgen eingeräumt werden. Mit dem letzten Tageslicht verliessen wir den dick verschneiten Platz. Yuna war sowohl beim Aufbau als auch an beiden Markttagen mit dabei und war sowas von lieb und gehorsam - sie hat uns so richtig Freude gemacht auf dieser Veranstaltung. Keine Sorge, dass Hundchen war dick eingepackt in einem Strickmäntelchen das Brust und Bäuchlein abdeckte und darüber noch ein weiteres wasserabweisendes wärmendes Mäntelchen. Ihre Box hatte ich mit am Stand, darin ein dickes weiches Kissen und zwei weiche, warme Fleecedecken. Wenn die Kleine da drin lag, lugte oft nur noch die Nasenspitze raus und manch einer fragte "Ist der Hund da drin echt?" "Ja" und der Beweis kam meist kurz danach aus der Box gekrabbelt, wedelte sich zu den Besuchern, sah nach ob es etwas fressbares abzustauben gab und verzog sich nach einigen Streicheleinheiten dann wieder in die warme, kuschelige Box. Nur einmal hatte ich die Box ganz kurz zu - ich war mir nur schnell was zu essen holen und als ich wieder an den Stand kam, stand da eine recht empört und sauer dreinschauende Frau und ich hörte "Jetzt muss das arme Tier den ganzen Tag da drin zubringen"   "Nö"- lächelte ich und erklärte: "Ich war mir nur kurz bei der Küche vom Volk drüben was zu essen holen, jetzt mach ich wieder auf und sie kann wieder raus und rein wie sie will... " sprachs und öffnete das Gitter und klein Yuna blieb drin. Scharwenzelte aber kurz danach rüber zum Flammkuchenstand, wo just jene Dame stand.. damit war auch dieser "Zweifel" beseitigt. *lächel*

Wir hatten am nächsten Morgen Schnee satt, es schneite wunderschön und kalt war es auch - so wie man es an einem Weihnachtsmarkt mag.. nicht so biestig wie im letzten Jahr, sondern genau richtig.. die Leute tranken mehr als nur einen Glühwein, bummelten gemütlich an den Ständen entlang - kurzum es war eine richtig schöne Weihnachts-Stimmung auf dem Markt.

Der Markt war gut besucht...

 

 

Der Flammkuchenstand zu unserer Linken..    es sind super liebe Leute.

 

... und so sah es schließlich aus, unser - von einigen Leuts belächeltes - "Erstlingswerk" 

  

am Tag 2 stellte ich die Tische um, da es zu regnen begann und wir damit rechnen mussten, dass uns alles nass werden würde.

Dem war aber dann doch nicht so, denn die von hinten übergezogene und festgetackerte dünne Malerplane hielt das Meiste doch ab..

Micha konnte es nicht lassen und musste mich unbedingt in meiner "Kluft" fotografieren.. den Umhang hatte ich mir bei Martin, dem Tuchhändler gekauft und ich bin begeistert von der Qualität. Aussen war der Umhang am 2. Tag klatschnass vom Regen, innen trocken und mollig warm. Ich habe auf diesem Markt keine Minute gefroren!

Dick eingemummelt im Umhang und mit heißem Tee steh ich hier vorm Stand:

 hier sieht man: meine Laune und Stimmung ist trotz des kalten, nassen Wetters gut 

Wir waren in unserer Mittelalter-Kluft auch zwischendurch noch auf dem Weihnachtsmarkt meines neuen Arbeitgebers und auch dort war gute Stimmung, kamen wir gut an. Zum Umziehen dazwischen hätte die Zeit nicht gereicht, also trabten Micha und ich eben in Tunika, Stiefeln und unseren langen schwarzen Umhängen dort an. Auf den Marktfotos oben trag ich dann aber doch lieber wieder die warmen und rutschfesten Trekkingschuhe und die blauen Leinenhosen - ich werd mir mal braune oder schwarze Leinenhosen zulegen, dass sieht einfach besser aus. Die schwarzen Lederstiefel und Lederhosen sind zwar schön, aber leider auch viel zu glatt und kalt, wenn man nur steht und sich wenig bewegt.

In der Nacht von Sonntag auf Montag stürmte und regnete es heftig und wir fürchteten schon, dass unser Stand es nicht überstehen würde..  - als ich Montag in der Früh zum Abbau unseres leeren Standes (wir hatten noch ausgeräumt bevor wir heim fuhren) auf dem Platz auftauchte, begrüßte mich Claudia mit den Worten: "Eure Konstruktion steht noch - die hat den Sturm überlebt! Sein Stand da drüben nicht.." Am anderen Ende des Platzes lag inmitten der teils schon abgebauten und zusammengelegten Stände ein Trümmerhaufen aus Holz und Plane.. ich staunte nicht schlecht was unsere billige "Lattenkontruktion" ausgehalten hatte.. vielleicht weil sie so luftig gebaut und weil sie so leicht war - blieb sie stehen und zwar genau da, wo sie vorher gestanden hatte. Der Marktkollege tat mir echt leid. Sowas - kurz vor Weihnachten - braucht kein Mensch..  Auf glattem Untergrund bauten wir ab. Ich kam mit dem Omega einigermassen gut vom Platz, bediente mich zum Anfahren eines kleinen Tricks: Alte Frotteehandtücher unter die Reifen und dann anrollen - bis zu einer Stelle die freigeschaufelt war, Auto abstellen, Handtücher einsammeln und ab dafür. Der Platz war spiegelglatt durch den von den Besuchern des Marktes festgetrampelten Schnee auf den es in der Nacht auch noch kräftig draufgeregnet hatte. Um halb 11 Vormittags war ich mit allem zuhause, im Auto lagen nur noch die Bierbänke und Tische, die ich am nächsten Vormittag zurück brachte. Und es schneite schon wieder..

 

 

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Im März 2010

Saisonauftakt: Hallen-Mittelalter-Frühlingsmarkt 2010, Biebesheim - Rheinhalle

und Jolante war mit dabei...

Veranstalter: Heimdalls-Erben, näheres zu Märkten und weiteren Veranstaltungen unter www.heimdalls-erben.de  Heimdalls-Erben (Claudia & Holger Hörstkamp)  sind dem Tierschutz sehr verbunden und wir sind inzwischen befreundet, daher auch immer mal wieder unsere Berichte über die Märkte..

War unsere Tante Jolante zu Beginn etwas zögerlich wegen der vielen, vielen fremden Gerüche, Laute und Leute, stellte unsere alte große Hundedame dann doch sehr schnell fest: Mittelaltermärkte sind herrlich! Weil? Es gibt immer irgendwo Einen dem man nachlaufen kann, weil der etwas "fressbares" in der Hand hat. Gut - somit war unsere Tante Jolante beschäftigt. Zunächst tappte sie hochzufrieden Tom durch die halbe Halle hinterher, weil der eine Wurst in der Hand hielt, dann einem der Händler mit einem Steakbrötchen und letztendlich saß sie wie ein Fels in der Brandung vor dem Bratwurststand.. da war die Chance am größten, dass man als "armer, alter, verhungerter Hund" was abstauben konnte.. *kicher*   Tantchen fühlte sich wohl - inmitten der Kulissen, inmitten aller Leute, inmitten des ganzen Trubels und auch inmitten der vielen fremden Hunde.. Und wir? Wir suchten unser "Tantchen" schließlich nur noch mit den Augen, denn weggehen würde die hier niemals freiwillig, dafür gabs viel zu viel Gutes zu fressen. Auf dem Heimweg war ihr dann schlecht. Am Tag 2 wurde sie gebissen - von  einem kleinen Besucherhund, der um einen Stand herum geschossen kam und ohne Vorwarnung meiner dicken Tante in die Nase zwickte. Ab da beschloss Tantchen, Mittelalter-Märkte sind nur gut, wenn man in der Nähe bei Frauchen und Herrchen bleibt - oder hinter Tom herstapft -  und nicht überall allzu neugierig den Rüssel drunter hält und reinsteckt. Sie umging ab diesem Moment alle fremdem Hunde und suchte nur noch den freundlichen Kontakt zu den Vierbeinern, die sie vom Vortag schon kannte... Tantchen ist ja lernfähig, nicht wahr? Gelegentlich haben wir sie aus dem Verkehr gezogen und bei uns "geparkt" und an die Leine genommen, sonst hätte sie sich noch restlos überfressen. Am 2. Tag habe ich Jolante gegen Nachmittag nach Hause gebracht, sie hatte genug vom Trubel, den Menschen und dem Mittelalter. Das wurde deutlich als sie sich mitten in den Durchgang legte.. sie war müde, zufrieden und pappsatt! *lächel* 

 

Bilder und Impressionen vom Markt Tag 1:

spät am Abend: Claudia (Disa) und Micha im Gespräch  

 Holly, das Mittelalterliche Urgestein..

und noch ein Mittelalterliches Urgestein..  der Waffenschmied..

noch so ein "Klotz" - Tom, der von Jolante ewig Verfolgte, wegen seiner Vorliebe für gutes Essen..

 

Gutes zu essen und trinken: Die Küche fürs Volk...  auch da saß unsere "Jolli" oft davor und guckte "verhungert"

Bilder vom Tag 2:

Blick über den Platz draussen hinter der Halle - dort standen einzelne Händler und die komplette Gastronomie:

  

 

In der Halle: die Stände der Händler...

 

  

 

 

     

Auch wenn er so wirkt und rüberkommt: nein, er ist nicht "Merlin, der Zauberer" sondern "Martin, der Tuchhändler"

Martin Welchering  www.der-tuchhaendler.de

 (obiges Foto mit freundlicher Genehmigung von Hr. Welchering selbst)

und bei ihm wurde Micha dann auch erstmals fündig..

 Jawoll - das Hemd passt ...  und sieht gut aus an ihm.

und sogar ich hab mir mal was geleistet --> eine robuste Tunika mit Stickerei

(Anne sagte: Typisch, ihr zwei gehört echt unverkennbar zusammen: Frauchen und Jolantchen und beide von hinten!) *Lach*

Diverse Bilder vom Markt - Tag 2..  was zum gucken, schmunzeln, staunen ...

Arbeitskleidung...  Geschichtenerzählerin...

hungriger Kreuzritter..  

Tom wirkt darin wuchtig und gefährlich..  dabei ist er eigentlich recht friedlich..

öhm?? Aha!! Mittelalterlich Edelstahl !?!?   

..... und Disa fluchte, als sie mich die nachfolgende Szene fotografieren sah: Hast du auch nur einmal diese verdammte Kamera nicht in der Hand??

...selten, Claudi, nur ganz ganz ganz selten mal nicht!  *lach*

Nanana!!     Erwischt!!

Aber Claudia darf das.. schliesslich falle ich auch ihr, Holly, Tom und ihrer halben Mannschaft so um den Hals, wenn wir uns länger nicht gesehen haben..

** Ende von Marktbildern **

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